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Meine erste Nacktwanderung

Der Parkplatz Wippertalsperre ist meiner Meinung nach nicht geeignet für einen Anfang des Harzer Naturistenstieges. In der 32. KW 2015 war ich mit dem Motorrad im Harz unterwegs. Am Donnerstag suchte ich den Parkplatz an der Wippertalsperre auf. Um zu diesem Platz zu kommen musste ich mehrere Kilometer über eine mit tiefen Schlaglöchern ausgestattete Schotterstraße quer durch den Wald fahren. Mit einem gewöhnlichen PKW ist das nur im Schritttempo zu machen. Ferner kommt man in die Gefahr, dass man sich den Unterboden des Fahrzeugs beschädigt.

Dieses ist mehreren Leuten schon passiert. Als ich am Parkplatz unterhalb der Talsperrmauer stand, überlegte ich mir, wie ich das mit dem Nacktwandern bei Anreise mit dem Motorrad wohl machen könnte. Wo bleibe ich mit meiner vielen Motorradkleidung? Bei Anreise mit dem Auto hat man dieses Problem ja nicht. Ich dachte mir, ich fahre vom Campingplatz mit nur sehr geringer Kleidung am Körper zum Parkplatz. Am Parkplatz wollte ich mich dann ausziehen und meine Kleidung in den Seitenkoffern verstauen.

Ich überlegte ferner, ob ich mich wohl schon am Motorrad ganz ausziehen kann. Ich kannte die Gegend ja nicht. Als ich am frühen Mittag des nächsten Tages mein Zelt auf dem Panoramablick-Campingplatz in Dankerode aufgebaute, sprach ich mit dem Campingplatzbesitzer Heinz Ludwig. Wir sprachen über den Naturistenstieg und das dieser über den Talsperrenparkplatz nur schwer erreichbar ist. Er sagte, dass man auch direkt von seinem Campingplatz aus losgehen könnte. Er gab mir eine 2009 erschienene Zeitschrift, in der ein roter Pfad eingezeichnet war.

Dieser führt direkt von der westlichen Seite des Campingplatzes runter zur Wipper und dann weiter der Wipper flussabwärts linksseitig folgend bis zur Armbrusterbrücke. Rechts der Armbrusterbrücke sind dann auch überall die gelben Naturistenwegweiser an den Bäumen zu erkennen. Als ich ihn nicht so richtig verstand, sagte er zu seiner Angestellten, dass sie mir doch den Weg zeigen könnte. Sie lehnte aber vehement ab. Ich war davon angetan, weil ich nicht glaube dann meine Kleider abgelegt zu haben.

Erste Tour am Freitag den 07. 08. 2015: Nur mit einer leichten Turnhose, Schuhen und Strümpfen bekleidet ging ich direkt durch das Eisentor am Sport- und Zeltplatz des Campingplatzes los. Richtung Süden an der dichten Hecke des Campingplatzes dem Tal entgegen. Nach etwa 100 m Entfernung vom Platz zog ich mir die Hose aus. Ein irres Gefühl. Nun war ich nur noch mit Schuhen und Strümpfen und einer Sonnenbrille bekleidet. Ich achtete allerdings darauf, dass mich erst mal keiner vom Campingplatz aus sehen konnte.

Ein erst ungewöhnlich interessantes Gefühl so ganz ohne Hose. Aber nach nur ein paar Metern angenehm. Das Gefühl ist so unbeschreiblich schön gewesen, dass ich meine Hose erst wieder nach ca. 4 Stunden und 15 Kilometern zurück am Campingplatz anzog. Am hinteren Ende des Campingplatzes bin ich gerade aus Richtung Süden über eine Wiese und durchs Tal und am Waldrand entlang gelaufen. Der Weg ist hier nur schwer zu erkennen. Vor dem Wald links abgebogen am Forststand vorbei sollte es scharf rechts in den Wald hinein gehen.

Dieser Weg war mit Gestrüpp so zugestellt und zugewachsen, das dort nicht durch zu kommen war. Ferner standen dort zwei Waldarbeiter, die ich nicht stören und belästigen wollte. Ich hatte von Herrn Ludwig gehört, dass der Förster und die Waldarbeiter gegen das Einrichten des Naturistenstieges waren. Ein paar hundert Meter weiter bin ich dann aber doch rechts in den Wald abgebogen. Jetzt musste ich durchs Unterholz und steil bergab. Irgendwann kam ich dann auf den richtigen Weg.

Unten an der Wipper angekommen, führte jetzt ein guter breiter Schotterweg flussabwärts. Die Sonne schien und es war ein ungewöhnlich heißer Tag. Ab hier ist der Weg teils schattig und teils sonnig sehr schön zu laufen. Vielleicht so ein bis zwei Kilometer weiter geht eine kleine Brücke (Leuschner Brücke) über die Wipper. Die sollte man aber nicht nehmen, weil auf der anderen Seite der Weg total zugewachsen und nicht mehr zu laufen ist.

Also, obwohl der Weg Richtung Talsperre immer breiter wird, bis zur Armbrusterbrücker links der Wipper bleiben. Der Schotterweg wird durch zwei breitere Wege, die vom Norden drauf führen zu einer Schotterstraße, auf der vereinzelt auch PKWs fahren. Bei meinem ersten Marsch habe ich außer den Waldarbeitern, die mich glaube ich nicht bemerkt haben, bis zur Armbrusterbrücke niemanden getroffen. Es ist schon sehr einsam in diesem Waldstück. Danach bin ich direkt am Wasser entlang bis zu einer kleinen Hütte gelaufen.

Ab der Hütte sollte man aber nicht mehr direkt am Wasser der Talsperre entlang gehen. Hier traf ich auch meinen ersten Nacktwanderer, der sich als er mich sah aber schnell davon machte. Auf der anderen Seite der Talsperre wurde nackt gebadet. Auch auf der südlichen Seite habe ich einen nackt Badenden angetroffen. Also bin ich auch ins Wasser. Ich musste mir ja nur die Schuhe ausziehen. Irgendwann ging es nicht mehr weiter. Also bin ich die Böschung hoch und traf dabei auf zwei junge angezogene Pärchen, die dort schielten.

Weiter die Böschung hoch zu einem Rastplatz, an dem ein Pärchen saß. Die wunderten sich bestimmt über den Nackten, der aus dem Wald kam. Also grüßte ich die Leute. Jetzt hatte ich auch wieder einen festen Schotterweg unter den Füßen. Ein Stückchen weiter Richtung Talsperre, an der Badestelle vorbei, kreuzen sich zwei Wege. Ein Weg führt Richtung Aussichtspunkt. Dort steht auch ein Anglervereinshaus. Die andere Richtung führt als Naturistenweg in den Wald hinein. Dort traf ich auch Herrn S mit dem ich später ein Stückchen gehen sollte.

Herr S begeht als Nudist diesen Weg schon seit 4 Jahren. Ferner saß dort noch ein ca. 25 Jahre alter Nudist. Ich entschloss mich erst einmal gerade aus Richtung Anfang des Naturistenstieges zu gehen. Dort kam mir ein ca. 60 Jahre alter Nudist entgegen. Mittlerweile hatte ich mich an meine Nacktheit so gewöhnt, dass ich mutiger wurde und mir vornahm bis zum Parkplatz der Wippertalsperre runter zu laufen ohne mich anzuziehen. Unten am Anfang angekommen schwenkte ich links rüber auf den Hauptweg, der Richtung Parkplatz führt.

Dieser Weg gehört offiziell nicht mehr zum Naturistenstieg. Dieses war mir aber damals nicht bekannt. 300 m weiter führt dieser Hauptweg dann runter zum Parkplatz. Bis dorthin wollte ich noch gehen und dann umkehren. Auf den 200 m hinunter hörte ich Leute reden. Ich überlegte kurz, ob ich umkehren sollte. Man hätte mich aber trotzdem gesehen und es sähe aus wie eine Flucht. Das wollte ich auch nicht. Also marschierte ich weiter runter. Es kam mir eine bekleidete junge Frau mit einem Baby auf dem Rücken entgegen.

Ich grüßte abermals. Gefolgt von drei weiteren Leuten (zwei Männer und eine Frau). Auf dem Parkplatz standen drei weitere Personen (2 Männer und eine Frau), die die Talsperre besichtigen wollten und rechts der Talsperre in den Wald zur Staumauer hoch gingen. Ich machte zwei Fotos von den Schildern auf dem Parkplatz, die auf den Naturistenstieg in ca. 550 m hinweisen. Dann drehte ich um. Ich wollte jetzt doch zurück auf den offiziellen Nudistenweg. Herr S saß noch immer dort.

Der junge Mann war weg und wenig später kam er angezogen zurück. Ich ging mit Herrn S bis zum Einlauf der Talsperre zusammen. So konnten wir uns beim Wandern unterhalten. Getroffen haben wir niemanden mehr. An der Armbrusterbrücke trennten wir uns. Er musste zum Parkplatz zurück und ich nach Dankerode. Von der Armbrusterbrücke bis nach Dankerode sind es etwa 6 Kilometer. Ich ging über die Armbrusterbrücke und dann links Richtung Flussaufwärts die breite Schotterstraße hinauf.

Der zweite Schotterweg rechts hoch führt laut Beschilderung in fünf Kilometern nach Dankerode. Um nicht mehr durchs Unterholz laufen zu müssen, nahm ich diesen Weg. Dort kam mir auf halber Strecke ein Harvester entgegen. Weil ich mich nicht auf dem offiziellen Nudistenweg befand und um niemanden vor den Kopf zu stoßen, nahm ich meinen mit Proviant gefüllten Beutel etwas hoch, um mit meiner Nacktheit nicht zu stark zu provozieren. Als das Fahrzeug näher kam, sah ich das dort eine junge Frau von vielleicht 25 bis 30 Jahren drin saß.

Sie grüßte freundlich zurück und ich hätte Sie gerne gefragt, ob sie auch, so wie ihre männlichen Kollegen, gegen die Nackten im Wald ist. Das Ende des Weges führt dann aber von Dankerode weg auf eine geteerte Straße. Der Verkehr nahm zu und ich entschloss mich links in die Büsche zu schlagen. Also wieder durchs Unterholz. Bis freies Feld kommt musste ich durch meterhohe Brennnesseln laufen. Kurz vor dem Campingplatz fütterte ein Mann seine Pferde.

Nach über 4 Stunden und 15 Kilometern habe ich kurz vorher wieder meine Hose angezogen. Das war meine erste Nudistentour. Einige Zeit später wollte ich den Reiz noch ein bisschen erhöhen und bin nochmals los. Ich wurde immer mutiger und müsste mich eigentlich bremsen. Doch diesmal ließ ich meine Hose gleich im Zelt. Das Zelt stand etwa 30 m vom Eisentor des Zeltplatzes entfernt. Das war schon sehr intensiv. Der Campingplatz ist kein FKK-Bereich.

Vom Zelt zum Eisentor und dann raus und den Weg am Platz runter Richtung Süden. Nach zirka 50 m kam mir ein Mann mit Hund entgegen. Ein Zurück gab es jetzt nicht mehr, also sprach ich ihn an und fragte, ob es ihm etwas ausmachte. Er antwortete, Nein, Nein er hätte auch schon vom Nudistenweg etwas gehört und das der Weg hier wohl irgendwo sein sollte. Ich bin dann noch 200 bis 300 m weiter die Wiese runter und, nachdem der Mann auf dem Campingplatz verschwunden war, zurück zum Zelt.

Am Abend bin ich dann noch zur Bank unten am Teich gegangen, weil dort aber wieder der Mann bei seinen Pferden war, zog ich mir die Hose an als ich an der Ecke kam. Als der Mann später verschwand, zog ich mir die Hose wieder aus und setzte mich auf eine Bank. Ich wollte Herrn Ludwig und mir keine Schwierigkeiten bereiten indem ich den Bogen überspannte. Viele sind halt dagegen. Ich selber finde es auch als komisch einen Nackten im Wald spazieren gehen zu sehen.

Selber aber nackt zu wandern ist ein prima Gefühl. Ich finde alle die dagegen sind sollten das Nacktwandern selber mindestens einmal ausprobieren und erst danach urteilen. Am Freitagabend grillt Herr Ludwig immer für seine Gäste. Dort traf ich auch den Mann mit dem Hund wieder. Ob er mich erkannte weiß ich nicht, weil ich war jetzt ja nicht nackt. An diesem Abend entschloss ich mich noch einen Tag dran zu hängen um nochmals dieses ungewöhnlich gute Gefühl des Nacktwanderns zu erleben.

Ich hatte ein Frühstück in der Gaststätte „Zur Linde“, die zur Familie des Herrn Ludwig gehört, ausgemacht. Dort traf ich auch Herrn S wieder. Er wollte an diesem Tage abreisen. Ich konnte ihn nicht überreden noch einen Tag dranzuhängen und mit mir mit zu kommen. Gegen 9:30 Uhr am Samstag konnte es also losgehen. Ich hatte dieses Mal auch Proviant in Form von zwei Eiern und 4 Salamibroten plus 2,5 l Wasser dabei. Das war ganz schön Gepäck für einen Jutebeutel in der Hand eines Nackten.

Zweiter Tag:Das Nacktwandern hat mich sehr beschäftigt. Zwischendurch hatte ich sogar überlegt, die Hose erst gar nicht mitzunehmen. Dazu hatte ich aber nicht genügend Mut. Ich also wieder meine sehr leichte Sporthose im Gepäck verstaut und los vom Zelt durch das Eisentor und den Feldweg runter zu bis zur Ecke. Diesmal wollte ich den mittleren Weg nehmen. Als ich um die Ecke bog, stand dort wieder der Pferdehalter. Aus den Gedanken vom Vortage, dass ich Herrn Ludwig und mir keine Schwierigkeiten bereiten wollte, zog ich mir die Hose an.

Gut das ich sie doch mit genommen hatte. Bestimmt wäre ich sonst nackt weiter gegangen. Als ich so gut 100 Meter an der Koppel entfernt war, zog ich mir die Hose aber gleich wieder aus. Ich wollte das Nacktwandern voll auskosten, und dazu zählte auch so lange und oft wie möglich nackt zu sein. Diesmal musste ich über das freie Feld südöstlich des Campingplatzes. Dort wird man auch noch aus der Ferne gesehen. Am Ende des Feldes ging es vor dem Wald rechts ab runter zum Wippertal.

Dieser Weg ist viel angenehmer zu gehen. Es wird aber bestimmt von der ansässigen Bevölkerung nicht gerne gesehen, weil dieser Weg nicht so versteckt verläuft. Ich habe im Übrigen nach den zwei Tagen das Gefühl bekommen, dass man die Nudisten gerne verstecken will. Ich selber habe mich aber nicht versteckt und bin auch Wege gelaufen, die den Textilwanderern und öffentlichen Verkehr gewidmet sind. Auf der Strecke von Dankerode (Campingplatz) über die Armbrusterbrücke über den langen Arm des südlichen Naturistenweges (bis zum Teich) und zurück in gut 4 Stunden habe ich außer dem Mann am Campingplatz (Pferden) nur zwei Pärchen getroffen, die mir entgegen kamen.

Ich habe immer versucht freundlich zu grüßen und beim letzten Pärchen habe ich mich durch ein Sorry entschuldigt. Ich habe es nicht richtig verstanden, aber es hörte sich so an, als dass der Mann so etwas sagte wie, das macht doch nichts. Dadurch dass ich am Samstag früh losgegangen bin, war ich früh am Nachmittag wieder zurück. Nachdem ich mich etwas im Zelt ausgeruht hatte, wollte ich in der näheren Umgebung des Campingplatzes noch etwas laufen.

Auch diesmal wollte ich wieder den Reiz erhöhen und bin gleich ganz ohne Hemd und Hose losgegangen. Da auf dem Campingplatz auch wegen der Hitze wenig los war, hat mich niemand gesehen. Ich also vom Zelt bis zur Eisentür. Draußen auf dem Feldweg direkt neben dem Campingwagen, nur durch eine Hecke getrennt, war auch niemand. So ging ich den Feldweg am Ende des Platzes geradeaus weiter. So wie beim ersten Mal am Tag zuvor.

Ganz runter und dann rechts Richtung Westen. Jetzt an einem Wald vorbei über eine kleine Wiese und dann links in den Wald runter. Dort steht eine alte Bank. Im Wald war es recht dunkel und ich wusste auch nicht so recht, was ich hier sollte, weil ich ja schon heute Morgen einen gewaltigen ca. 18 Kilometer Marsch gemacht hatte. Also kehrte ich um und nahm einen leicht anderen Weg zurück. Dort oben angekommen, aber noch so 100 m vom Campingplatz entfernt kam mir ein Mann mit Hund entgegen.

Da ich das ja schon kannte machte ich mir nichts draus. Der Mann aber verfiel fast in Panik und rief seinen Hund mit lauten Worten sehr energisch zurück. Ich fand das jetzt sehr übertrieben, wollte aber die Situation nicht anheizen und setzte mich erst einmal ins hohe Gras. Der Mann verschwand recht schnell auf dem Campingplatz und ich machte mich auf dem alten Weg wieder zurück zum Zelt. Dieser Vorfall war mir gar nicht recht und ich nahm mir vor nicht mehr in der Nähe des Campingplatzes nackt herum zu laufen.

Schade eigentlich.


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